[Arabrev] Marokko

Allgemeine Informationen:

Ticker, Tweets, Live-Infos, Blogs:

[24.02.11 07:53] 

Ältere Artikel / Hintergrund:

  • WFDY President expelled from Morocco! – World Federation of Democratic Youth, 01.11.2010 – This weekend, October 30-31, the President of WFDY and Coordinator of the International Organizing Committee of the 17th World Festival of Youth and Students, comrade Tiago Vieira, was expelled from Morocco by the national authorities without any consistent explanation. Comrade Tiago entered Morocco on October 30 to visit the occupied territories of Western Sahara …
  • Sevim Dagdelen: Marokko will bei Massakern in der Westsahara keine Zeugen – DIE LINKE, 13.11.2010 – Presseerklärung der Sprecherin für Internationale Beziehungen der Fraktion DIE LINKE im deutschen Bundestag.
  • Westsahara: Marokkanische Truppen zerstören Protest-Camp – LZ Aktuell, 20.11.2010.
  • Abraham Serfaty (1926-2010) – Blog entdinglichung, 22.11.2010 – Abraham Serfaty, eine legendäre Figur der linksradikalen Opposition in Marokko, Mitbegründer der revolutionären Organisation Ila al-Amam und Verteidiger des Rechtes der Westsahara auf Unabhängigkeit (was ihn und Ila al-Amam von der Mehrheit der marokkanischen Linken unterschied und wofür er von 1974 bis 1990 im Knast litt) starb am 18. November im Alter von 84 Jahren in Marrakesch.
  • Marokko von Weltfestspielen ausgeschlossen – redglobe.de, 19.12.2010 – Die von regierungsnahen Organisationen getragene marokkanische Delegation ist von den XVII. Weltfestspielen der Jugend und StudentInnen in Südafrika ausgeschlossen worden. Zuvor sei es zu einer »weiteren brutalen Attacke gegen eine andere Delegation« gekommen, berichten die VertreterInnen aus Spanien über ihren Facebook-Account. Schon zuvor war es mehrfach zu Zusammenstössen zwischen den Marokkanern und der Delegation aus der Westsahara gekommen.
  • Kent Moors: Shale-Gas-Initiative bringt Marokko direkt vor unsere Haustür – Tlaxcala, 06.01.2011 – Übersetzung eines Artikels aus Money Morning vom 28.12.2010 – … Das Projekt des US-Außenministeriums ist die Global Shale Gas Initiative (GSGI), die globale Initiative für Shale-Gas, die im April lanciert wurde, um die beträchtlichen Erfahrungen der Vereinigten Staaten bei der Shale-Gasförderung anderen Ländern weltweit zur Verfügung zu stellen. Das Hauptgewicht lag bisher auf Shale-Gas, doch Nordafrika allgemein – und vor allem Marokko – verfügen möglicherweise auch über signifikante Vorkommen an Ölschiefer.
  • Marokko – ein Hort der Stabilität? – ND, 02.02.2011 – Mohammed VI. beugte Unruhen vor / Arbeitslosigkeit und Korruption sorgen dennoch für Unmut.
  • Daniéle Weber, Wolf-Dieter Vogel: Mehr Freiheiten für Marokkos Frauen – ND, 15.02.2011 – Die Reformen König Mohammeds VI. haben juristisch und faktisch Fortschritte gebracht. Die Reform des Familienrechts in Marokko stärkte die Rolle der Frauen in dem muslimisch geprägten Staat. Auf dem Papier sind die Geschlechter nun juristisch gleichgestellt, in der Realität gibt es immerhin sichtbare Fortschritte.
  • Neue Hoffnung für die arabische Welt – marx21.de, 16.01.2011 – … Die Bewegung ist ein Leuchtfeuer der Hoffnung für die Unterdrückten der gesamten Region. Über die Hintergründe berichtet Karl Naujoks aus Rabat (Marokko). … Selbst in der marokkanischen Hauptstadt Rabat, wo seit Monaten regelmäßig die Gewerkschaften ritualisiert am Abend vor dem Parlamentsgebäude Arbeitslosenproteste durchführen, scheint in den vergangenen Tagen die Zahl der Protestierer anzusteigen. In den Cafés, in denen üblicherweise das Nachrichtenprogramm von »Al-Jazeera« unbeachtet vor sich hinflimmert, kleben die Gäste heute an den Bildschirmen, sobald die Bilder aus Tunis erscheinen.
  • Ein ausgezeichneter Partner (II) – german-foreign-policy.com, 24.02.2011 – Ungeachtet ihrer Solidaritätsbekundungen für die Demokratiebewegung in Ägypten und Tunesien setzt die Bundesregierung ihre Unterstützung für das autoritäre Regime in Marokko fort. Erst vor wenigen Tagen hat Berlin eine deutsch-marokkanische Wirtschaftskommission eingerichtet und eine gemeinsame Kooperationserklärung des deutschen Umwelt- und des marokkanischen Energieministeriums auf den Weg gebracht. In erster Linie geht es darum, dem milliardenschweren Desertec-Projekt, mit dem deutsche Energiekonzerne in der Sahara Strom für Europa erzeugen wollen, den notwendigen politischen Rahmen zu verleihen. Das Vorhaben soll nicht nur hohe Beträge in deutsche Firmenkassen spülen, es ist zudem geeignet, den deutschen Rückstand gegenüber dem französischen Wirtschaftseinfluss in Rabat zu verringern. Außenminister Westerwelle nennt die Beziehungen zwischen Deutschland und Marokko „exzellent“. Das nordafrikanische Land, in deutschen Wirtschaftskreisen für seine „Stabilität“ gelobt, ist für schwere Menschenrechtsverbrechen bekannt; in Rabat wurde vor Jahren ein deutscher Staatsbürger in Folterhaft verschleppt. Am vergangenen Wochenende kam es auch in Marokko zu ersten Massendemonstrationen.
[24.02.11 08:27] 

Unruhen im Maghreb: Vom Protest zum Umsturz ists weit

Alfred Hackensberger, Rabat – WOZ, 17.02.2011.

Nach den Protesten in Bahrain, Libyen, im Jemen und Iran sind fürs Wochenende auch in Marokko und Algerien Demonstrationen geplant. Steht im Maghreb eine neue Revolution bevor? Auf Spurensuche in Rabat.

Rund tausend Demonstrierende zogen vergangenen Sonntag mit lauten Rufen die Avenue Mohammed V. im Zentrum der marokkanischen Hauptstadt Rabat rauf und runter. Doch die BesucherInnen in den Terrassencafés am Strassenrand zeigten sich davon wenig beeindruckt. «Arbeitslose», kommentierte ein Kellner lapidar und zuckte mit den Schultern. «Solche Proteste gibt es in den letzten Wochen fast jeden Tag», fügte ein Mitarbeiter des Goethe-Instituts hinzu. Uniformierte Polizisten standen in den Nebenstrassen, und weit abseits der Demonstration, mit ihren Funkgeräten beschäftigt, Beamte in Zivil.

«Derzeit finden in Marokko täglich zwanzig Protestveranstaltungen statt», meldete sich Kommunikationsminister Chalid Naciri kürzlich zu Wort, «nicht mehr oder weniger als im Vorjahr.» Man habe nicht den Eindruck, dass «die Spannungen in anderen Ländern» in Marokko eine Rolle spielten. Nach aussen hin gibt sich die Regierung gelassen. In Wahrheit ist sie aber nervös. «Ereignisse wie in Tunesien und Ägypten sind in Marokko zwar unwahrscheinlich, aber wer mag in diesen Zeiten schon Prognosen stellen», sagt Raschid Meknassi, Jura-Professor an der Universität Rabat. «Den Sturz des tunesischen und ägyptischen Präsidenten hatte auch niemand für möglich gehalten.»

Reform oder Revolution?

Kopfzerbrechen bereitet den marokkanischen Behörden die für diesen Sonntag angesetzte Protestveranstaltung in der Hauptstadt.­ «Dazu aufgerufen haben die islamistische ‹Adl wa al-Ihsaan› (Gerechtigkeit und Wohlfahrt) sowie Gruppen der extremen Linken und diese Jugendorganisation aus dem Internet», sagt Lahsen Daoudi von der starken islamischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung PJD. Der Vizepräsident des marokkanischen Unterhauses empfängt in seinem geräumigen Büro im Verwaltungsflügel des Parlamentsgebäudes. «Nein, nein, wir nehmen am Protest nicht teil», versichert der 64-Jährige entschieden. «Wir sind eine politische Partei und arbeiten innerhalb des Parlaments an politischen Veränderungen – Schritt für Schritt.» Daoudi weiss sehr gut: Die DemonstrantInnen, die am Sonntag auf die Strasse gehen, haben kein Verständnis für seine abwartende Haltung. Ihnen kann es nicht schnell genug gehen. Dazu meint er: «Ach ja, gerade diese Jugendbewegung möchte alles – und am besten noch heute. Aber wir brauchen keinen Sturm, der alles verwüstet, nur eine erfrischende Brise.»

Die Jugendgruppen nennen sich «Bewegung für Wohlstand und Freiheit» oder «Marokkanische Jugend gegen Korruption und Tyrannei». Vorerst sind sie nur virtuell als Face­book-Gruppen existent, mit einer Mitgliederzahl von etwas über 10.000. Wie viele es zusammen mit den anderen Gruppierungen genau sind, die sich für einen raschen Wandel einsetzen, ist nur schwer zu sagen. Wie schon in Tunesien werden im Internet Informationen ausgetauscht, diskutiert und vor allen Dingen für die Demonstration am Samstag mobilisiert.

Dazu wurde am Mittwoch auch ein Video auf YouTube gestellt. In dem zweiminütigen Spot erklären vierzehn «normale Marokkaner», warum sie demonstrieren wollen: «Ich gehe am 20. Februar auf die Strasse, weil ich ohne polizeiliche Übergriffe und Korruption leben will.» Sie fordern das Recht auf Bildung, Arbeit, eine kostenlose medizinische Versorgung, ein Leben ohne Ausbeutung und eine neue demokratische Verfassung. Es ist ein Spot, der an einen kommerziellen Werbeclip erinnert, jedoch alle aktuellen Probleme der marokkanischen Gesellschaft zu thematisieren versucht.

Der überwiegende Teil der Marokkaner­Innen dürfte sich von solchen Forderungen angesprochen fühlen. Korruption ist omnipräsent, sei es bei Verkehrskontrollen oder bei Behördengängen. «Bakschisch» bezahlt man überall. Von Millionensummen, die bei grossen Bauvorhaben gezahlt werden, ganz zu schweigen. Laut Weltbank verliert das Land jährlich fünf bis zehn Prozent des potenziellen Bruttosozialeinkommens durch Korruption. Und noch immer schlägt die Polizei zu, bevor sie Fragen stellt. Fünfzig Prozent der Bevölkerung leben von weniger als zwei US-Dollar pro Tag. Und die Arbeitslosigkeit liegt wesentlich höher als bei den offiziellen dreizehn Prozent.

Trotzdem werden diese Probleme kaum Hunderttausende auf die Strassen von Rabat bringen. Davon ist auch Abdellatif, ein Taxifahrer aus Tanger, überzeugt. «Was bringt das auch. Uns geht es doch heute unter König Mohammed VI. viel besser als noch unter seinem Vater Hassan II. Überall wird gebaut, neue Strassen, Schienen, ein Hafen in Tanger. Der König tut etwas – und wir können reden, was wir wollen.» Der 38-jährige Vater von zwei Kindern, der monatlich etwa 3500 Dirham – umgerechnet gut 400 Schweizer Franken – verdient, repräsentiert einen durchschnittlichen Marokkaner. Natürlich hätte man gerne etwas mehr, aber beklagen will man sich nicht. Und König Mohammed VI., der 1999 nach dem Tod seines Vaters den Thron bestieg, ist für die Bevölkerung kein Feindbild. Im Gegenteil: «Das ist ein guter Mann», sagt Abdellatif, auch wenn er im Überfluss lebe. «Er ist nun mal ein König.» …

[Hervorhebungen von mir]

[02.03.11 14:34] 

Links & News ab #Feb20:

  • Marokkaner demonstrieren für Reformen – Tagesanzeiger, 20.02.2011 – Erstmals seit Beginn der Massenproteste in der arabischen Welt haben auch in Marokko Demonstranten politische Neuerungen gefordert. Doch König Mohammed VI. sitzt fester im Sattel als andere Machthaber. Nach dem Vorbild anderer arabischer Staaten demonstrieren in Marokko Hunderte Menschen für demokratische Reformen. Bürgerinitiativen und Jugendgruppen hatten zum «Tag des Stolzes» mit Kundgebungen in etwa 20 Städten aufgerufen. Die Zahl der Teilnehmer an den Kundgebungen blieb zunächst weit hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. In der Hauptstadt Rabat waren bei strömendem Regen nach Schätzungen von Augenzeugen etwa 1000 Demonstranten zusammengekommen. Die staatliche Nachrichtenagentur MAP bezifferte die Zahl der Demonstranten auf 150.
  • Moroccans march to seek change – Al Jazeera, 20.2.2011 – Demonstrators demand large-scale political and economic reforms in the North African kingdom. Calls for change sweeping the Arab world have now spread to the kingdom of Morocco, where thousands of people have taken to the streets in the capital to demand a new constitution. The demonstrators shouted slogans calling for economic opportunity, educational reform, better health services and help in coping with rising living costs during the march on central Hassan II Avenue in Rabat on Sunday. A protest organiser said the turnout at the rally was more than 5,000. But police said fewer than 3,000 people had marched. Many in the crowd waved Tunisian and Egyptian flags, in recognition of the uprisings that toppled the two country’s long-standing rulers.
  • Thousands protest in Morocco – Al Jazeera, 20.02.2011 – Demonstrators demand large-scale political and economic reforms in the North African kingdom.
  • Sanfter Protest in Marokko – euronews, 20.02.2011 – Das Parlament soll zurücktreten, die Korruption soll bekämpft werden, der König soll etwas Macht abgeben: Das wollen einige tausend Demonstranten …
  • Morocco braces for nationwide protests – Press TV, 20.02.2011 – Morocco is bracing for nationwide protests demanding political reforms, as popular uprisings continue to sweep Middle Eastern and North African countries.
  • Morocco protesters demand change – BBC News Middle East, 20.02.2011 – Thousands of Moroccans rally in the capital, Rabat, demanding political reform and an end to the current regime.
  • Jillian C. York: Morocco: In Marrakech, Destruction Amidst Peaceful Protest – Global Voices, 20.02.2011 – Across Morocco, peaceful protests have emerged today, with thousands taking to the streets from Tangier to Fes. In the southern city of Marrakech, however, reports that the protests have turned into chaos emerged this afternoon, with claims of vandalism and attempts by protesters to storm police headquarters.
  • Five killed in Morocco protests – Press TV, 21.2.2011 – Five pro-democracy protesters have been killed and several others have been wounded in Morocco as thousands demand the King give up some of his powers. Protesters died during Sunday’s rallies. Morocco’s Interior Ministry said 120 demonstrators were also arrested during clashes with security forces. … Protesters demand the Moroccan King give up some of his powers and clamp down on government corruption. The protest was initiated by a group calling itself the February 20 Movement for Change. Tens of thousands of people voiced support for the rallies. In an attempt to head off serious unrest, the Moroccan government has promised to boost subsidies for staples whose prices have sharply risen in recent. Human rights and civil groups as well as independent journalists have joined the movement. They are demanding constitutional reforms that would reduce King Mohammed’s powers and make the justice system more independent.
  • Fünf Tote bei Ausschreitungen in Marokko – RIA Novosti, 21.02.2011 – Die Zahl der Toten bei den Ausschreitungen in der nordmarokkanischen Stadt Al-Hoceima ist auf fünf gestiegen, 46 Menschen sind verletzt worden, melden arabische Medien am heutigen Montag. Am Sonntag demonstrierten Marokkaner landesweit für politische Reformen. Hunderte Dorfbewohner kamen nach Al-Hoceima, wo sie Vitrinen einschlugen, Autos anzündeten und sich Gefechte mit der Polizei lieferten. In der Nacht war es in insgesamt sieben Städten zu gewaltsamen Zwischenfällen gekommen. Die Demonstranten fordern bessere soziale Bedingungen sowie eine Einschränkung der Macht von König Mohammed VI.
  • Domino Effect: Protests in #Morocco – Hossam el-Hamalawy, 21.02.2011 – Video.
  • La situation politique au Maroc – Ligeia, 22.02.2011.
  • Nabila Taj: Morocco: King Sets Up Economic and Social Council – Global Voices, 22.02.2011 – After a visit to France, Morocco’s King Mohammed VI returned to the Royal Palace in Casablanca to announce the initiation of an Economic and Social Council on Monday, February 22, 2011. Protesters gathered in solidarity with Moroccan people in Paris, France.
  • Drei Millionen in Marokko auf der Straße – Rote Fahne News, 22.02.2011 – In Deutschland war nach gleich lautenden Berichten in den Massenmedien von „einigen Tausenden Marokkanern“ die Rede, die am Sonntag am „Tag der Würde“ auf die Straße gegangen seien. Das beruhte auf Angaben der regierungsamtlichen marokkanischen Agentur MAP. Dagegen berichten marokkanische Organisationen im Internet, dass sich rund drei Millionen an dem Protestmarsch in Casablanca beteiligt haben sollen. Sie kamen aus allen Schichten der Gesellschaft. Auf dem Lande kam es zu etlichen gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Protestierenden und Polizei.
  • Der schöne Schein vom demokratischen Wandel – Qantara.de, 22.02.2011 – Interview mit der marokkanischen Bloggerin Zineb El Rhazoui. Sie ist eine der Koordinatorinnen der Bewegung „20. Februar“, die am vergangenen Sonntag über die Kampagne „Ich bin Marokkaner!“ zahlreiche Demonstranten zu einem Marsch für Demokratie und soziale Gerechtigkeit mobilisiert hat.
  • Axel Weipert: Regieren und kassieren. Der mächtigste Marokkaner ist auch der reichste – das Dossier, 28.02.2011 – Angesichts der Proteste in den Nachbarländern mutet der Besitz des marokkanischen Königs Mohammed VI. wie die Aufforderung zum Aufstand an. Denn der Herrscher kontrolliert etwa 6% des BIP seines Landes, sein Vermögen wird auf 2 Mrd. Euro taxiert. Zudem erhält er auch eine jährliche staatliche Vergütung in Höhe von 250 Mio. Euro. Das wirft natürlich Fragen auf, zumal er sich selbst gerne als »König der Armen« stilisiert. Doch trotz der hohen Jugendarbeitslosigkeit und nicht weniger, auch prominenter, Kritiker ist Mohammed VI. nach wie vor beliebt bei seinem Volk.
  • Leo Wieland: Mohammed VI: Marokkos königlicher Unternehmer – FAZ, 28.02.2011 – Marokkos König Mohammed VI. wird im Volkmund kurz „M6“ genannt. Er selbst ließ sich als „König der Armen“ bezeichnen, zählt aber zu den Reichsten der Welt. In Marokko gehören ihm …
[13.03.11 14:27] 

Links & News März 2011:

  • Investors fear Morocco riots – afrol.com, 01.03.2011 – Foreign investors are shying away from Morocco as protests have turned violent.
  • Financial Times: „Arab monarchs nervously watch Morocco“ – Mamfakinch, 03.03.2011 – How safe are Arab monarchies? The fact that this year’s revolutionary turmoil has so far been focused on the republics at the centre of the Arab world has led to some brave assumptions about the stability of the kingdoms on its eastern and western fringes. […] The February demonstrations marked the first time that people could recall in which Moroccan marchers failed to carry pictures of the king to show their loyalty. Ominously echoing the complaints of Tunisians against the now deposed Zein al-Abidine Ben Ali and the greed of his family, the protesters criticised the palace’s business dealings, singling out Mohammed Mounir Majidi, the head of the king’s private secretariat, and mocking the royal holding company. …
  • Jillian C. York: Morocco: Fadoua Laroui, our own Mohamed Bouazizi – Global Voices, 04.03.2011 – When young Tunisian Mohamed Bouazizi set himself on fire in the town of Sidi Bouzid, he couldn’t have imagined the chain of events his act would set off. Self-immolation as an act of protest and despair quickly spread across the region, with at least ten cases reported from Mauritania to Egypt in the weeks following. In mid-February, Fadoua Laroui, a young Moroccan single mother, set herself on fire in front of the town hall in Souq Sebt where she lived. Moroccan author Laila Lalami writes in the Nation: According to newspaper reports, the local government destroyed the shack in which she lived with her children and later denied her access to replacement social housing because she was a single mother. She died in a Casablanca hospital two days later. …
  • Morocco frees arbitrarily detained former military officer – Amnesty International, 04.03.2011 – AI welcomed the release of a retired high-ranking military officer in Morocco, who was sentenced to a 12-year prison term after he wrote to the country’s monarch complaining about the treatment of former air force pilots. Kaddour Terhzaz was freed from Salé Prison near the capital city Rabat on Wednesday afternoon, after he had been granted a pardon by Morocco’s King Mohamed VI. The 73-year-old former colonel had been imprisoned since his conviction by a military court in November 2008. The court found him guilty of threatening Morocco’s „external security“ through divulging a secret of „national defence“.
  • Swantje Boulouh-Bartschat: Marokko: Im (arabischen) Westen nichts Neues? – Institut für Arabistik und Islamwissenschaft, 06.03.2011 – Auch knapp zwei Wochen nach den ersten großen Protesten in Marokko gibt es nur wenige Meldungen über die Ereignisse im Land – und wenn, dann könnten sie kaum unterschiedlicher sein. Nach anfänglichen drei- bis fünfstelligen Angaben über die Teilnehmerzahl an den Protesten vom 20. Februar ist mittlerweile auch eine sechsstellige Höhe im Gespräch. Weitaus weniger Menschen sollen hingegen am vergangenen Wochenende (vom 25.-27. Februar) auf die Straßen gegangen sein. Während in der internationalen Presse – wenn überhaupt – von ruhigen Protesten die Rede ist, bei denen sich die Polizei im Hintergrund hält, berichten Augenzeugen und erneute Video-Aufnahmen im Internet von der Unterbindung einiger Proteste durch Polizeieingriffe. Ob öffentlich zurückhaltend oder nicht – die Polizei steht hinter ihrem König und geht gezielt gegen die Koordinatoren der Proteste vor. Diese sprechen u.a. von Diffamierungen in sozialen Netzwerken und der Beschlagnahmung ihrer Computer. Das schrecke Oussama Elkhlifi jedoch nicht ab. Nach dem Rückzug der beiden anderen Gründer ist er alleiniger Initiant der Gruppe, die zu den Protesten vom 20. Februar via Facebook aufgerufen hatte. In einer siebeneinhalb-minütigen Aufnahme unter dem Titel Wer ist Oussama Elkhlifi? äußert sich der 23-Jährige zu dem Beginn der Protestbewegung und den Reaktionen der Polizei. … Nach Solidaritätsbekenntnissen des „Komitees zur Befreiung von Sebta und Melilla“ gegenüber der Bewegung vom 20. Februar könnten die Proteste – neben diesem Wochenende auch für den 20. März angekündigt – eine neue Richtung nehmen, die dann insbesondere für Spanien von Interesse wäre, dem die beiden in Marokko liegenden Städte zugehörig sind. … Weiterführend zu den aktuellen Ereignissen in Marokko.
  • Jillian C. York: Morocco: Casablanca Protest Draws Thousands – Global Voices, 06.03.2011 – Protests in Casablanca’s Mohammed V square today drew thousands of Moroccans, as evidenced by the many photos and videos being posted online. Participants in the demonstration are demanding government reform and an end to corruption. …
  • #Feb20 Casablanca, dimanche 6/3/2011 Maniféstation pacifique place Med V — Peaceful Protests In Central Square – Mamfakinch, 06.03.2011 – Videos.
  • #FEB20 Rabat Répression rassemblement artistique + divers. – Mamfakinch, 06.03.2011 – Le mouvement du 20 février (groupe Rabat-Salé) a organisé une activité artistique pacifique ce dimanche 6 mars. Les forces de sécurité sont intervenues de manière répressive en enlevant les hauts parleurs et en frappant les jeunes. Parmi ceux qui ont été délibérement ciblés figure Oussama Khlifi qui a reçu des coups au niveau de la tête et de la machoir à la suite de quoi il a perdu la connaissance jusqu’à l’intervention d’un médecin. Nous rappelons également que les manifestations à Marrakech, Tanger et Tétouan ont connu la répression et les arrestations de certains manifestants. Le jeune réalisateur Hicham Ayouch a été empêché de filmer la manifestation à Tanger et a été emmené au commissariat de police. …
  • Moroccan protests demand reforms – Press TV, 07.03.2011 – Hundreds of pro-democracy protesters have held a rally outside Morocco’s parliament building, calling for political reforms in the northwest African kingdom.
  • Issandr El Amrani: Freeze-flash mobs in Morocco #feb20 – Arabist.net, 08.03.2011 – Protestors in Morocco are organizing flash mobs when they freeze for a certain amount of time, as part of the buildup to another national day of protests on 20 March. This one is in Rabat, in front of parliament.
  • Morocco: Women Celebrate International Day – Hisham, Global Voices, 08.03.2011 – Moroccan women, like their counterparts across the world, have been celebrating the 100th anniversary of the International Women’s Day today. They have long been at the forefront of the civil society’s struggle for a better and more dignified life. And as the freedom “fever”, inspired by the “Arab Revolutions” continues to sweep across the Middle East and North Africa, Moroccan feminists are also taking to the streets, making sure gender equality and emancipation of women are part of the agenda for change. In 2004, responding to the repeated appeals and long struggle of the civil society, the Moroccan government passed laws meant to build awareness around women’s rights and empower them politically and economically …
  • Verfassung: Marokkos König kündigt demokratische Verfassungsreform an – n-tv.de / dpa, 09.03.2011 – Marokko will angesichts der Unruhen in den Staaten der arabischen Welt demokratische Reformen einleiten. König Mohammed VI. kündigte in einer Rede an die Nation eine Verfassungsänderung an. Demnach soll das Parlament künftig mehr Macht erhalten. Der Monarch will bestimmte Befugnisse an die gewählten Volksvertreter abgeben. Die neue Verfassung soll die Achtung der Menschenrechte garantieren. Marokko war von den Unruhen in der arabischen Welt bisher relativ wenig betroffen gewesen.
  • Morocco: King’s Speech Tweeted – Hisham, Global Voices, 10.03.2011 – On Wednesday, King Mohammed VI gave his first address to the nation since the beginning of pro-democracy protests. Without referring explicitly to the protests, he promised “a comprehensive reform of the constitution” and a referendum on an “advanced regionalization,” aiming at providing regions with greater autonomy from the central authority of the government – a reform that he says would guaranty the separation of powers and strengthen the role of an elected Prime Minister and Parliament. The speech was closely followed on Twitter under the hashtag #khitab, which translates to sp …
  • König von Marokko kündigt demokratische Reformen an – NZZ / Reuters, 10.03.2011 – Reaktion auf Umwälzungen in der arabischen Welt. Bei der Verfassungsreform gehe es unter anderem um eine unabhängige Justiz, einer stärkeren Rolle für das Parlament und politische Parteien und ein Programm zur Verlagerung von Befugnissen an regionale Behörden, kündigte König Mohammed am Mittwoch in einer im Fernsehen übertragenen Rede an. Der 47-Jährige ernannte ein Komitee aus politischen Parteien, Gewerkschaften und Vertretern der Zivilgesellschaft zur Ausarbeitung der Pläne. Diese sollen bis Juni vorliegen. Die Vorschläge sollten dann in einem Volksentscheid zur Abstimmung gestellt werden. …
  • Marokko: Positive Reaktionen auf Verfassungsreform – euronews, 10.03.2011 – Die in Marokko angekündigte angekündigte Verfassungsreform ist von den meisten Bewohnern des nordafrikanischen Landes positiv aufgenommen worden. Die Vorhaben Königs Mohammed IV. lösten Überraschung aus, weil sie sehr weit gehen. …
  • Marokko: König Mohammed kündigt demokratische Reformen an – Rote Fahne News, 10.03.2011 – Der 47-Jährige König Mohammed von Marokko ernannte gestern in einer überraschenden Fernsehansprache ein Komitee aus politischen Parteien, Gewerkschaften und Vertretern der Zivilgesellschaft zur Ausarbeitung von Plänen für eine Verfassungsreform. … Im vergangenen Monat hatten in Marokko hunderttausende Menschen demonstriert. Sie forderten eine Beschränkung der Macht von König Mohammed, die Auflösung der Regierung und ein entschlossenes Vorgehen gegen Korruption.
  • Moroccan king announces reforms – Press TV, 10.03.2011 – Morocco’s King Mohammed VI has announced that he will launch “comprehensive constitutional reforms,” following the recent revolutions in the African countries.
  • Will Morocco’s king cave in to change? – Press TV, 11.03.2011 – Morocco’s King Mohamed VI promised the country’s people in a televised address on Wednesday that fundamental changes are on the way.
  • Es begann mit Brotrevolten … Vorläufer der Revolutionen in Nordafrika: das Beispiel Marokko – ND, 11.03.2011 – Noch ist Marokko von solch machtvollen Auseinandersetzungen wie in den Nachbarstaaten verschont geblieben. Offenbar vorbeugend kündigte König Mohammed VI. diese Woche in einer Rede an die Nation eine Verfassungsänderung an, in der Menschenrechte und Gewaltenteilung festgeschrieben werden sollen. Wird das monarchische Versprechen den sozialen Frieden in diesem nordafrikanischen Land wahren können? Ein Blick zurück.
  • Ralf Streck: Marokkos König will reformieren – Telepolis, 11.03.2011 – Die Opposition will trotz der eilig angekündigten Verfassungsreform weiter für eine „wirkliche Demokratie“ demonstrieren.

One Response to [Arabrev] Marokko

  1. Ecoist says:

    [Arabrev] Marokko – UPDATE 13.03.2011 – https://fetzenfisch.wordpress.com/arabrev/morocco

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